Seite:

Stress-Krankheiten

Stress-Krankheiten

Unter diesem Begriff möchten wir auf einige Krankheitsbilder eingehen, die häufig mit Stress assoziiert sind. Länger dauernde Distress-Zustände beeinflussen nicht nur den Alterungsprozess negativ, sondern begünstigen auch die Entwicklung zahlreicher Krankheiten. Nur in seltenen Fällen sind Mikronährstoffmängel ursächlich für die Krankheit verantwortlich. Jedoch kommt es im Zusammenhang mit der Erkrankung meist auch zu Verschiebungen im biochemischen Gleichgewicht und somit sind Mikronährstoffe häufig an der Krankheitsentwicklung beteiligt. Parallel zur klassischen Symptom-orientierten Behandlung ist die Einnahme spezifischer Mikronährstoffe zur Wiederherstellung des biochemischen Gleichgewichts sehr empfehlenswert. In ausgewählten Fällen haben Mikronährstoffe auch einen klar belegten therapeutischen Nutzen.

Stress-Krankheiten:

  • Arteriosklerose, Koronare Herzkrankheit
  • Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen
  • Schlaganfall, Hirnschlag
  • Burn-out
  • Depressionen
  • Blutzucker, Diabetes, Metabolisches Syndrom
  • Suchtkrankheiten

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Herzinfarkte und Schlaganfälle führen nach wie vor die Todesfallstatistiken in den Industrieländern an. Die Hauptursachen dieser Erkrankungen – Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen (Cholesterin) und hoher Blutdruck – sind praktisch allesamt vermeidbar.

Primär gilt es also in der Prävention bei den Ursachen anzusetzen. Nährstoffe können zusätzlich einen wichtigen präventiven und auch einen therapeutischen Beitrag leisten. Schwergewichtig empfehlen wir:

  • Antioxidantien (Vtamin A, C, E, Selen, Zink, Coenzym Q10) zur Reduktion des oxidativen Stresses
  • Omega-3-Fettsäuren für die Regulation des Fettstoffwechsel, als Gefäß- und Herzschutz, bei Herzrhythmusstörungen sowie als Entzündungshemmer
  • Chrom bei Zuckerstoffwechselstörungen
  • Magnesium/L-Arginin bei hohem Blutdruck

Nährstoffempfehlungen bei Herz- und Gefäßerkrankungen:

Nährstoff Empfohlene Tagesdosis Kommentare
Coenzym Q10 120mg Vermindert die Anzahl von Brustschmerzanfällen (Angina pectoris) und verbessert die Herzfunktion bei Herzinsuffizienz. Hilft Blutfette und Cholesterin vor Oxidationsschäden zu schützen. Zwingende Supplementierung bei Statin-Therapie (Medikamente zur Cholesterinsenkung); reduziert das Risiko auch nach überstandenem Herzinfarkt; wirkt leicht blutdrucksenkend.
Magnesium 400-600mg Vermindert das Herzinfarktrisiko und die Gefahr von Herzrhythmusstörungen und Blutgerinnseln in den Arterien. Hilft auch, die Blutlipide ins Gleichgewicht zu bringen; reduziert Blutdruck
Omega-3-Fettsäuren 1–1,5 g EPA in Form von Fischölkapseln Regulieren den Fettstoffwechsel, wirken antiarrhythmisch, antithrombotisch sowie entzündungshemmend. Vermindern die Häufigkeit von Angina pectoris-Anfällen.
L-Arginin 2-4g Wirkt gefäßerweiternd (und somit blutdrucksenkend)
L-Carnitin 1-2g Vermindert die Anzahl von Angina pectoris-Anfällen und verbessert die Herzfunktion bei Herzkranken. Darüber hinaus normalisiert es die Blutfette.
Vitamin C 2-4g Hilft die Blutfette ins Gleichgewicht zu bringen und wirkt der Bildung von Blutgerinnseln in den Arterien entgegen. Überdies schützt es Fette und Cholesterin vor Oxidationsschäden; reduziert den Thrombose-Risikofaktor Lipoprotein.
Vitamin E 100-400mg Wirkt der Bildung von Blutgerinnseln entgegen, schützt Fette und Cholesterin vor Oxidationsschäden und kann HDL vermehren; wirkt entzündungshemmend.
Chrom 200 µg (kann auch in Form von 20 g hoch-wertiger Bierhefe genommen werden) Reguliert die Cholesterinwerte (HDL, LDL) und schützt vor Arteriosklerose durch Hemmung von sogenannten Glykosylierungsprozessen, Verbesserung der Risikofaktoren des metabolischen Syndroms.
Selen 200 µg Hilft, Blutfette und Cholesterin vor Oxidationsschäden zu schützen, stärkt den Herzmuskel.

Weitere Empfehlungen:

  • Lassen Sie sich regelmässig Blutdruck, Blutzucker und Blutfette(Cholesterin), sowie andere Risikofaktoren (hs-CRP, ADMA, Coenzym Q10, usw.) messen.
  • Übergewicht reduzieren, Gemüse und Früchte stehen im Vordergrund, Kohlenhydrate und versteckte Fette reduzieren, Alkohol im Mass
  • Regelmässige Bewegung
  • Reduzieren Sie durch gute Planung und Ursachenfindung Ihre persönlichen Stress-Faktoren, schaffen Sie sich mehr Freiräume für sich und ihre Familie

Die gemachten Angaben basieren auf dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand. Sie ersetzen keine ärztliche Behandlung bzw. fachmännische, medizinische Betreuung.

Burn-out

Das Burnout-Syndrom ist ein Begriff für einen schleichenden Prozess, der in einer psychischen und physischen Erschöpfung mündet und der sich mit einer Vielzahl von Symptomen manifestiert.

Psyche Körper Soziale Auswirkung
Entscheidungsunfähigkeit
Minderwertigkeitsgefühle
Verlust positiver Gefühle
Schlafstörungen Verdauungsstörungen
Herzbeschwerden
Vermehrte Konflikte am Arbeitsplatz und im privaten Kreis
Reizbarkeit Hoher Blutdruck Reduziertes Interesse
Depressionen Hoher Puls Meiden von Kontakten
Gedächtnisstörungen Infektanfälligkeit Vereinsamung, Isolation
Konzentrationsprobleme Kopfschmerzen Zynismus
Erhöhter Alkoholkonsum Verspannungen  
Erhöhter Medikamentenkonsum Mattigkeit  
Gefühl der Ausweglosigkeit    

Die Ursachen sind meistens eine Kombination von äusseren Faktoren am Arbeitsplatz (hohe Arbeitsbelastung, zu hohe Anforderungen, fehlende soziale Unterstützung, wenig Feedback) und typischen, begünstigenden Persönlichkeitsmerkmalen (Perfektionismus, zu hohe Erwartungen, Überengagement, Versagensangst, etc.). Burnout ist die Folge dieses permanenten Ungleichgewichts und entspricht einer chronischen Überforderung von Körper und Psyche.

Welches sind die Behandlungsansätze und was kann vorbeugend getan werden? Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen, dass interdisziplinäre, ganzheitliche Behandlungsstrategien, die das gesamte Umfeld sowie auch den Stoffwechsel des Patienten mit einbeziehen, die besten Therapieerfolge ergeben. Sich Zeitinseln zu verschaffen und wieder „leben lernen“ ist von allergrösster Bedeutung. Entspannungstechniken erlernen, Hobbys praktizieren, im privaten Umfeld soziale Kontakte zu pflegen sind ganz wichtige Bausteine, um aus dem Teufelskreis herauszufinden. Körperliche Aktivität – täglich etwa 30 Minuten, dem körperlichen Fitnesszustand angepasst, hat sich als hilfreich erwiesen. Der Patient muss also ein neues Stressmanagement erlernen. Zusammen mit dem betreuenden Arzt muss der Umgang mit den Gefühlen, mit Lebenswerten und Lebenszielen neu definiert werden. Der Patient muss sich bewusst werden, dass Burnout nicht von alleine heilt, sondern dass er selbst zum oft langen Heilungsprozess einen ganz wesentlichen Teil beitragen muss. Auch der Arbeitgeber sollte bei der Rehabilitation miteinbezogen werden.

Mikronährstoffe als physiologische Unterstützung beim Burnout-Syndrom: Die begleitende Einnahme von lebensnotwendigen Mikronährstoffen trägt dazu bei, die individuelle körperliche und psychische Leistungsfähigkeit deutlich zu verbessern, und den Teufelskreis von Erschöpfung und Demotivation beim Burnout-Syndrom zu durchbrechen.

Nährstoffempfehlungen bei Burnout, Erschöpfung:

Nährstoff Empfohlene Tagesdosis Kommentare
Multivitamin-Präparat mit Ginseng und Zink   Basisversorgung. Ginseng hilft, mit dem Stress besser umgehen zu können. Zink wird bei Stress viel mehr verbraucht.
Vitamin C 1-2g „Antistress-Vitamin“, wird bei Stress vermehrt verbraucht
Magnesium 400-600mg „Stressmineral“, wirkt entspannend
L-Carnitin 1000-4000mg Energiehaushalt, Sauerstofftransport
Coenzym Q10 60-300mg Energiehaushalt
Aminosäuren (Glutamin, Glycin, Cystein, Taurin)   erhöhter Bedarf an Aminosäuren bei Stress; liefert mehr Energie
Vitamin B-Komplex Hochdosiert „Stresskomplex“, wirkt nervenstärkend und stimmungsmodulierend; erhöhter Bedarf bei Stress

Weitere Empfehlungen:

  • Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke reduzieren
  • Die Aminosäure L-Tryptophan (1-2 g / Tag) wirkt entspannend und schlafregulierend
  • Stress lässt sich im Labor messen: Cortisolspiegel (Tagesprofil im Blut oder Speichel), Hormonprofil und Nervenüberträger-Substanzen (Adrenalin, Noradrenalin usw.)

Die gemachten Angaben basieren auf dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand. Sie ersetzen keine ärztliche Behandlung bzw. fachmännische, medizinische Betreuung.

Depressionen

Depressionen können von normaler, durch Verlust oder Trauer ausgelöster Traurigkeit bis hin zu einem starken Gefühl der überwältigenden Hoffnungslosigkeit reichen. Eine Depression kann sich mit verschiedensten Symptomen manifestieren: depressive Stimmung, Appetitlosigkeit, Erschöpfung, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, niedriges Selbstwertgefühl und die Unfähigkeit, Dinge zu genießen, die einem sonst Vergnügen bereiten. Bei einer Depression ist das Neurotransmitter-Verhältnis im Gehirn gestört. Neurotransmitter sind natürliche Botenstoffe, durch die sich die Nervenzellen miteinander verständigen. Bei einer Depression können niedrige Werte von Serotonin und Noradrenalin beobachtet werden. Mikronährstoffe spielen bei der körpereigenen Synthese der Neurotransmitter eine zentrale Rolle. Durch eine vermehrte Zufuhr der entsprechenden Mikronährstoffen kann in der Regel die Neurotransmitter-Konzentration erhöht werden.

Nährstoffempfehlungen bei Lustlosigkeit und depressiven Verstimmungen:

Nährstoff Empfohlene Tagesdosis Kommentare
Vitamin B6 100-300mg Wirkt stimmungsaufhellend (durch vermehrte Bildung von Serotonin)
Vitamin D3 10-30 μg V.a. bei saisonalen Depressionen (Herbst, Winter)
Zink 30-60mg Ein Zinkmangel ist häufig bei Depressionen und Stimmungsschwankungen
Magnesium 300-600mg Wirkt entspannend, relaxierend
EPO-Nachtkerzenöl 3g Antidepressive Wirkung durch die Regulation des Prostaglandin-Stoffwechsels (körpereigene, hormonähnliche Substanzen)
L-Tryptophan 1-2g Essenzielle Aminosäure; Vorläufersubstanz des Serotonins

Weitere Empfehlungen:

  • Ergänzende Labor-Untersuchungen: Histamin, Schwermetalle, Fettsäure-Profil
  • Lebensmittel-Unverträglichkeiten (z.B. Fruchtzucker) abklären
  • Weniger Genussmittel (Alkohol, Kaffee) und weniger Kohlenhydrate (Zucker, Weissmehl) zuführen
  • Körperliche Aktivität (mind. 3-4 x 30 Min. pro Woche)

Die gemachten Angaben basieren auf dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand. Sie ersetzen keine ärztliche Behandlung bzw. fachmännische, medizinische Betreuung.

Diabetes

Diabetes ist eine chronische Erkrankung, deren Hauptmerkmal ein erhöhter Blutzucker (Glukose) ist. Ein anhaltend hoher Blutzuckergehalt ist toxisch. Ein zu hoher oder schlecht eingestellter Blutzuckerspiegel kann zu schweren Organschädigungen (Nierenversagen, Herzinfarkt, Erblindung) führen. Was früher vornehmlich als „Alterszucker“ auftrat, wird mittlerweile als Diabetes Typ 2 bereits bei Kindern und Jugendlichen diagnostiziert. Veränderte Ernährungsgewohnheiten und ein veränderter Lebensstil haben zu dieser Situation beigetragen.

Beim metabolischen Syndrom liegen Stoffwechselstörungen vor, welche insgesamt ein hohes Risiko für die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit (Herzinfarkt) mit sich bringen. Eine zentrale Rolle für die Stoffwechselstörungen spielt das „innere Bauchfett“, das sehr stoffwechselaktiv ist. Daher ist nicht das absolute Übergewicht sondern die Fettverteilung entscheidend. Wenn folgende Kriterien erfüllt sind spricht man von einem metabolischen Syndrom:

  • Taillenumfang größer als 102 cm bei Männern und 88 cm bei Frauen
  • Fettstoffwechselstörung: Triglyceride > 150 mg/dl, HDL-Cholesterin < 40 mg/dl
  • Blutdruck über 135/85 mmHg
  • Nüchternblutzucker erhöht oder vorliegender Diabetes Typ 2

Die meisten Erkrankungen treten bei übergewichtigen Menschen auf, die nicht regelmäßig Sport treiben und zu viele Kohlenhydrate und fettreich essen. Eine Umstellung des Lebensstils mit angemessener Ernährung und regelmäßiger Bewegung kann das Risiko für ein metabolisches Syndrom und die Entwicklung eines Diabetes bedeutend senken.

Nährstoffempfehlungen bei Diabetes:
Diabetes-Patienten gehören unbedingt in regelmäßig ärztliche Behandlung. Mikronährstoffe können vorbeugend und unterstützend wirken.

Nährstoff Empfohlene Tagesdosis Kommentare
Chrom 200-800µg
(kann auch in Form von 5-10g Primärhefe eingenommen werden)
Primärhefe enthält den natürlichen Glukosetoleranz-Faktor (Blutzuckerregulator), und Chrom ist für die Bildung des Glukosetoleranz-Faktors essenziell. Verbessert die Insulinsensitivität, die Einstellung des Zuckerspiegels sowie das Verhältnis des LDL-/HDL-Cholesterins.
Zink 30–60mg Kann helfen, den Blutzuckergehalt zu regulieren und den Bedarf an oralen Antidiabetika bzw. Insulin zu reduzieren.
Vitamin-B-Komplex Hochwertiges Supplement mit mindestens 50 mg Thiamin (Vitamin B1), Niacinamid und Vitamin B6 Nervenschädigungen bei bestehendem Diabetes (Neuropathien) können durch zusätzliche Gaben von Thiamin (Vitamin B1) und Vitamin B6 vermindert werden.
Magnesium 400–600mg Verbessert die Kontrolle des Blutzuckergehaltes und schützt gegen Erkrankungen der Herz- und Blutgefäße. Reduziert den Blutdruck.
L-Carnitin 1–4 g/Tag Verbessert die Symptomatik von Nervenschädigungen.
Verbessert Blutfett- und Ketonkörperwerte.
alpha-Liponsäure 200-600 mg/Tag Prophylaxe diabetischer Neuro- und Nephropathien.

Weitere Empfehlungen:

Beim begleitenden Einsatz von Mikronährstoffen ist zu beachten, dass der Insulinbedarf zum Teil deutlich reduziert werden kann. Diesem Umstand müssen Patienten, die Insulin spritzen oder orale Antidiabetika einnehmen, Rechnung tragen (evtl. Dosisreduktion in Absprache mit dem Arzt).

Die gemachten Angaben basieren auf dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand. Sie ersetzen keine ärztliche Behandlung bzw. fachmännische, medizinische Betreuung.