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Krebsvorsorge

Die Zahl an aussagekräftigen, wissenschaftlichen Studien, die einen Zusammenhang zwischen Ernährung, Mikronährstoffen und Krebserkrankungen zeigen steigt ständig. Eine begleitende Zufuhr von Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Amino- und Fettsäuren – sei es vorbeugend oder bei bestehender Erkrankung - ist sehr empfehlenswert.
Bei der Supplementierung sollten die folgenden 3 Phasen unterschieden werden:

Primärprävention

Die Mikronährstoffe werden von gesunden Personen vorbeugend eingenommen. Die zur Zeit zur Verfügung stehenden Studien zeigen, dass eine unzureichende Versorgung mit antioxidativ wirksamen Mikronährstoffen (Selen, Vitamin C, E, Carotinoide usw.) mit einem erhöhten Krebsrisiko einhergeht. Nebst einer Gemüse- und Früchtereichen Ernährung sollte daher auch auf eine regelmässige und langfristige Nahrungsergänzung mit Nährstoffen geachtet werden.

Mikronährstoffe wirken auf verschiedenen Ebenen krebsschützend:
Neutralisieren von überschüssigen freien Radikalen
Hemmung der Bildung von krebsfördernden Substanzen (z.B. Nitrosamine)
Entgiftungsfunktion (z.B. Schwermetalle)
Stärkung des Immunsystems
Hemmung der Tumorentstehung auf zellulärer Ebene (Reparaturprozesse)
Kontrolle der Zell-Zell-Kommunikation
Nährstoffempfehlungen zur Primärprävention von Krebserkrankungen

Nährstoff Empfohlene Tagesdosis Kommentare
Selen 100-200 μg Wichtigstes präventives Spurenelement für diverse Krebsformen. Im Alpenraum sind die Böden selenarm. Eine regelmässige Nahrungsergänzung ist daher besonders wichtig.
Vitamin C 1 g Antioxidans, senkt das Risiko für verschiedene Krebsformen, immunregulierend
Vitamin E 100-400 I.E. ausreichend hohe Blutspiegel erniedrigen das Risiko für verschiedene Krebsformen
Carotinoide   natürlich vorkommende Carotinoide (z.B. Beta-Carotin, Lycopin usw.) können das Krebsrisiko senken.
L-Cystein 1-2 g schwefelhaltige Aminosäure; Bestandteil von Glutathion, einer der wichtigsten immunregulierenden, entgiftenden Antioxidanzien in der Zelle
Vitamin D3 10-30 μg reduziert das Risiko für verschiedene Krebsformen; immunregulierend

Weitere Empfehlungen:

  • keine schimmligen und angebrannten Lebensmittel essen
  • mehr Ballaststoffe, weniger Zucker und Kohlenhydrate, weniger Salz (Kochsalz, Pökelsalz)
  • Rauchen und Alkohol reduzieren
  • Übergewicht vermeiden
  • körperliche Aktivität

Behandlungsphase


Die Mikronährstoffe werden von Krebspatienten begleitend während der Chemotherapie und/oder der Bestrahlung eingenommen. Während langer Zeit waren sich die Fachleute nicht im Klaren darüber, ob man einem Krebspatienten während einer Chemotherapie oder Bestrahlung die Einnahme von Nährungsergänzungs-Präparaten empfehlen kann oder ob diese die klassischen medizinischen Massnahmen stören.
Heute weiss man aufgrund der Studien der letzten 10 Jahre, dass eine gezielte, begleitende Zufuhr von gewissen Nahrungsergänzungs-Präparaten klare Vorteile bringen kann:
Reduktion der Nebenwirkungen von Chemotherapie und Bestrahlung
Optimierung der Wirkung von Chemotherapie und Bestrahlung
Mit einer gezielten und individuell abgestimmten Supplementierung können sehr gute Resultate erzielt werden. Dies wissen wir auch aufgrund eigener Erfahrungen aus einem Pilotprojekt mit Brustkrebspatientinnen. Für eine gezielte und individuelle Supplementierung in dieser Therapiephase sollte jedoch ein Fachmann beigezogen werden und der Arzt sollte darüber informiert sein.

Nährstoffempfehlungen zur begleitenden Supplementierung während Chemotherapie und Bestrahlungen:

Nährstoff Empfohlene Tagesdosis Kommentare
Selen 400 - 1000 μg reduziert die Nebenwirkungen von Chemotherapie und Bestrahlung
Vitamin E 400-800 I.E. reduziert die Nebenwirkungen von Chemotherapie und Bestrahlung
Coenzym Q10 300 mg reduziert die Nebenwirkungen von Chemotherapie und Bestrahlung

Gezielte, individuelle Dosierung:
wir empfehlen eine auf die Krebsform und die Therapie abgestimmte Supplementierung

*weiterführende Literatur für Fachleute:
Gröber U., Arzneimittel und Mikronährstoffe, Kapitel: Zytostatika, wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart, 2007, ISBN 978-3-8047-2261-3.

Sekundärprävention

Die Mikronährstoffe werden von Krebspatienten nach Abschluss der Chemotherapie und Bestrahlung zur Vorbeugung eingenommen. Die begleitende Nahrungsergänzung mit Mikronährstoffen soll möglichst langfristig und regelmässig fortgeführt werden. Die Erfahrung zeigt, dass die empfohlenen Mikronährstoffe einen wesentlichen Beitrag zu einer gesundheitlichen Stabilisierung, zu besserer Lebensqualität und einer verlängerten Überlebenszeit leisten können.

Nährstoffempfehlungen zur Sekundärprävention:

Nährstoff Empfohlene Tagesdosis Kommentare
Selen 200 μg wichtig für die immunologische Stabilität, Antioxidans
Vitamin C 1-2 g wichtig für die immunologische Stabilität; Antioxidans
Coenzym Q10 60-120 mg Langzeitstudien bei gewissen Krebsformen zeigen bessere Prognosen bei höheren Coenzym Q10-Blutspiegel