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Ernährungsprobleme

Obwohl uns reichlich wertvolle, gesunde Nahrung zur Verfügung steht, geben wir häufig den falschen Nahrungsmitteln den Vorzug. In Kombination mit dem verbreiteten Bewegungsmangel kann dies zu Übergewicht führen, was dann wiederum zu einseitigen Diäten verleiten kann. Daraus können eine Übersäuerung oder Lebensmittelunverträglichkeiten entstehen. Echte Lebensmittelallergien oder Nahrungsmittelintoleranzen müssen abgeklärt werden. Sie gehören in die Hände eines Arztes.

Unsere modernen Essgewohnheiten führen sprichwörtlich zu einer Mangelernährung mitten im Überfluss. Für weitergehende Informationen zum Thema beachten Sie bitte unsere wissenschaftlich orientierte Zusammenfassung zu „Ernährung und Körpergewicht“, im Kapitel „Publikationen“ und den Text „Ausgewogene Ernährung“.

Meine Figur

Damit wir uns wohl fühlen können und wir unserem Körper keine Schäden in Form von z.B. Gelenkabnützung oder Herzkreislauferkrankungen zuführen, ist es wichtig, dass unsere Körpergrösse im richtigen Verhältnis zu unserem Körpergewicht steht. Der Body-Mass-Index (BMI) berücksichtig nicht nur das Gewicht, sondern über die körpergrösse auch die Körperoberfläche, was einen guten Rückschluss auf den Körperfett-Anteil zulässt.

BMI Gewichts-Situation
<20 Untergewicht
20-25 Idealgewicht
25-30 Übergewicht
30-40 Fettleibigkeit
>40 Starke Fettleibigkei
Gewicht in Kilogramm  
   
     
BMI:?  
 

Die gemachten Angaben basieren auf dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand. Sie ersetzen keine ärztliche Behandlung bzw. fachmännische, medizinische Betreuung.

Übersäuerung

Damit die vielfältigen Prozesse in unserem Körper geregelt ablaufen können, ist ein Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen unbedingt notwendig. Dazu sind verschiedene Puffersysteme (Regulationssysteme, die Säure- bzw. Basenüberschüsse kompensieren) vorhanden, die ständig entsprechend der aktuellen Säure- bzw. Basenbelastung des Organismus in Anspruch genommen werden. Säure können wir über die Atemluft (in Form von CO2 und H2O), über die Nieren und über das Schwitzen loswerden. Problematisch ist vor allem ein Übermass an Säuren, was zu einer allmählichen Übersäuerung im Gewebe führt. Dabei werden basische Puffer-Reserven im Blut verbraucht, ohne dass es jedoch zu einer pH-Veränderung im Blut kommt.

Diese sogenannte latente Azidose gilt als Zusatzfaktor für die Entstehung von zahlreichen gesundheitlichen Problemen.
Die chronische Übersäuerung führt zu einer erhöhten Ausscheidung von Mineralstoffen über die Nieren und als Folge zu einer Freisetzung von Mineralstoffen aus den Knochen, was sich als Osteoporose manifestieren kann. Durch die Anhäufung von Säure im Gewebe nimmt zudem die Wasserbindungskapazität des kollagenen Bindegewebes drastisch ab. Die Folge ist ein Elastizitätsverlust, der die Funktion von Knorpelgewebe, Sehnen und Bändern nachteilig beeinflusst. Die Anfälligkeit auf Verschleiss bei mechanischer Belastung des Knorpelgewebes wird erhöht (rheumatische Erkrankungen, Arthritis, Arthrose).
Auch in der Muskulatur selbst kann es durch Säureeinlagerung zu einer ‚Strukturstarre’ kommen, die Durchblutung nimmt ab, wodurch die Säureentsorgung zusätzlich erschwert wird. Muskelverhärtungen und Weichteilrheumatismus können die Folge sein.

Hauptursache für eine Übersäuerung (latente Azidose) ist ein hoher Verzehr von schwefelhaltigem Protein (Eiweiss):

1. Erhöhte Zufuhr von säurebildenden Nahrungsmitteln (v.a. tierisches Eiweiss):

  • Fleisch und Wurstwaren
  • Fisch und Meeresfrüchte
  • Milchprodukte (nicht alle) und Eier
  • Getreide und Teigwaren, Süsses

2. Verminderte Zufuhr von Basen bildenden Lebensmitteln:

  • Frisches Obst und alle Gemüse-Sorten
  • Wasser und Kräutertees

Weitere säurebildende Faktoren sind:

  • Alle Einflüsse, die zu einem Mineralstoff- oder Spurenelement-Mangel führen (v.a. Kalzium, Magnesium, Zink, Kalium, Mangan)
  • eine verminderte Säureausscheidungskapazität (z.B.: Chronische Nierenfunktionsstörungen)
  • Hoher Alkoholkonsum
  • Zu geringe Flüssigkeitszufuhr
  • Rauchen
  • Bewegungsarmut (verminderte Säure-Ausscheidung)
  • Stress, unzureichende Erholung / Schlaf

Sind Sie sauer?

Am leichtesten zugänglich ist der Urin-pH. Eine Möglichkeit, Informationen über seinen eigenen Säure-Basenhaushalt zu erhalten, bieten Urin-pH-Teststreifen. Mittels mehrerer Messungen des Urin-pH im Tagesverlauf kann ein Tagesprofil ermittelt werden, das über den Grad einer möglichen Gewebsübersäuerung erste Anhaltspunkte liefert.

Teststreifen sind in Apotheken und Drogerien erhältlich.

Genauere Aussagen über den aktuellen Säure-Basen-Status können durch die Bestimmung eines Tagesprofils (Sander-Methode) anhand sog. Aziditätsquotienten treffen. Die Methode verlangt allerdings aufgrund der starren Urinsammelzeiten einige Disziplin und muss von einem Speziallabor ausgewertet werden. Besonders aussagekräftig ist die Bestimmung der Pufferkapazität der Erythrozyten nach der Methode von Jörgensen, bei der eine entsprechend vorbehandelte Blutprobe einer Säure-Basen-Titration unterworfen wird. Die ermittelte Pufferkapazität erlaubt einen Rückschluss auf die Basenreserven des Körpers.

Die gemachten Angaben basieren auf dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand. Sie ersetzen keine ärztliche Behandlung bzw. fachmännische, medizinische Betreuung.

Lebensmittelunverträglichkeiten, Lebensmittelallergien

Unverträglichkeiten können sich gegen jede Art von Lebensmitteln richten und die Reaktionen äussern sich in Form der verschiedensten Symptome. Diese Symptome können in Körperregionen auftreten, welche weit vom Verdauungstrakt entfernt sind, wie Gelenke (Arthritis) und Gehirn (Kopfschmerzen, Verhaltensveränderungen). Die Symptome können sofort nach der Einnahme der Lebensmittel auftreten oder erst nach Stunden.

Die häufigsten Auslöser von Überempfindlichkeitsreaktionen:

Lebensmittel Lebensmittelfarbstoffe und sonstige Zusatzstoffe
Eier
Erdnüsse
Konservierungsstoffe auf Sulfitbasis in Frischprodukten, Dörrobst, Salaten, Kartoffeln, Wein
Fische und Schalentiere Natriumglutamat
Milchprodukte Salze der Benzoesäure
Schokolade, Tee, Kaffee, Alkohol z.B. Tartrazin (gelber Farbstoff)
Tomaten Vanillin
Weizen, Hafer, Mais  
Zitrusfrüchte  

Nährstoffempfehlungen bei Lebensmittel-Unverträglichkeiten:

Nährstoff Empfohlene Tagesdosis Kommentare
Vitamin C 2–4 g (evtl. zusammen mit Bioflavonoiden) Vitamin C ist ein orthomolekulares Antihistaminikum; wirkt immunregulierend.
Vitamin B6 100 mg Vermindert Lebensmittel-Unverträglichkeiten, besonders gegenüber Lebensmittelzusatzstoffen wie Natriumglutamat (ein Geschmacksverstärker).
Kalzium und Magnesium 800 mg Calcium und 300 mg Magnesium (in Basenmischungen Kalzium-Supplemente können die allergischen Reaktionen vermindern. Magnesiummangel erhöht die Anfälligkeit gegenüber Lebensmittelallergien.
Zink 30-45mg Vermindert Lebensmittel-Unverträglichkeiten.
Omega-6-Fettsäuen 3g Nachtkerzenöl (EPO) Antihistamin-Wirkung

Die gemachten Angaben basieren auf dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand. Sie ersetzen keine ärztliche Behandlung bzw. fachmännische, medizinische Betreuung.

Mangel im Überfluss

Die typische moderne Ernährung ist reich an Fleisch, raffinierten Getreideerzeugnissen, Vollmilchprodukten und industriell verarbeiteten Esswaren. Dies hat zur Folge, dass wir an (versteckten) Kohlenhydraten, Fetten und Salz ein Vielfaches der Menge zu uns nehmen, die empfehlenswert wäre. Andererseits sind wir häufig unterversorgt mit Früchten und Gemüse. Diese enthalten reichlich gesunde Nährstoffe, wie Nahrungsfasern, komplexe Kohlenhydrate, essentielle Fettsäure, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Zusätzlich sind Früchte und Gemüse auch reich an Antioxidantien oder sekundären an Pflanzenstoffen wie zum Beispiel Carotinoide und Vitamin C oder Anthocyane, die wiederum das Krebsrisiko mindern und Herzerkrankungen vorbeugen.

Es besteht sprichwörtlich ein Mangel im Überfluss! Beispielsweise leidet in vielen Gegenden Europas mehr als die Hälfte der älteren Erwachsenen unter einem Mangel an Vitamin B12, ein Nährstoff, der für die Gesundheit des Immunsystems und die Blutbildung lebenswichtig ist. Viele Kinder nehmen nicht genug Folsäure oder Zink auf – Nährstoffe, die für Wachstum und Entwicklung ausserordentlich wichtig sind. Mehr als ein Drittel der jungen Frauen leidet an einem Eisenmangel. Die Folgen der Blutarmut (Anämie) sind Müdigkeit, Kopfschmerzen und Erschöpfungszustände. Auch nehmen wir im Laufe unseres Lebens weit weniger Kalzium und Vitamin D auf als empfohlen wird. Dies ist eine der Hauptursachen für die immer mehr auch bei jüngeren Menschen festzustellende Knochendemineralisierung (Osteoporose).
Übermässiger Alkoholkonsum und Rauchen, ganz zu schweigen von Drogen- und Medikamentenmissbrauch, führen zu einem Verlust oder Mehrbedarf an lebenswichtigen Mikronährstoffen. Viele unter uns (über 90% der älteren Erwachsenen) nehmen regelmässig Medikamente ein. Ganz besonders die am häufigsten verschriebenen Medikamente beeinträchtigen das Stoffwechselgleichgewicht spürbar. So führen beispielsweise viele Diuretika („Entwässerungspillen“) , die bei Bluthochdruck zum Einsatz kommen, zu einem Verlust von Kalium und Magnesium. Die „Pille“ beeinträchtigt den Stoffwechsel von Folsäure und Vitamin B6, und erhöht den Bedarf an diesen Vitaminen. Rauchen laugt die Vitamin-C- und -B12-Reserven des Körpers aus und regelmäßiger Alkoholkonsum verursacht ausgeprägte Eisen-, Zink- und Magnesiumverluste sowie einen Mangel an B-Vitaminen.

Als wichtige Basis-Ergänzung zu einer durchschnittlichen Ernährung empfehlen wir die Einnahme eines Multivitaminpräparates, ergänzt durch ein Mineralstoffpräparat.

Die gemachten Angaben basieren auf dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand. Sie ersetzen keine ärztliche Behandlung bzw. fachmännische, medizinische Betreuung.