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Distress & Stress-Symptome

Distress - Stress-Symptome und Stress-Krankheiten

Wird eine Anforderung an ein Individuum als kaum machbar oder sogar als Bedrohung bewertet, so kommt es zur Überforderung und man spricht von krankmachendem Stress oder Distress. Wenn man das immer gleich ablaufende Schema der Stressreaktion mit vermehrter Hormonausschüttung auf einen länger dauernden Zustand überträgt, ist es völlig logisch, dass sich daraus Stress-Symptome und später Stress-Krankheiten ergeben können. Das biochemische Gleichgewicht ist völlig aus dem Lot! In diesem Moment ist es entscheidend, die Ursachen zu ergründen, um die Stressoren gezielt zu vermeiden. Eine unterstützende Mikronährstoff-Substitution über Monate und Jahre ist jedoch eine der notwendigen Massnahmen, um das Gleichgewicht wieder anzustreben. Folgende Symptome und Krankheiten können mit erhöhtem Stress im Zusammenhang stehen.

Bluthochdruck (Hypertonie)

Bluthochdruck gehört zu den wichtigen Risikofaktoren für Herzinfarkt, Schlaganfall und Arteriosklerose. Bluthochdruck ist eine schweigende Störung – die meisten Hypertoniker leben symptomfrei, und viele von ihnen wissen nicht einmal, dass sie unter Bluthochdruck leiden. Daher sollte der Blutdruck regelmäßig (mindestens zweimal im Jahr) überprüft werden, besonders bei Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören: Dauerbelastung/Stress, Übergewicht, Bewegungsmangel, familiäre Belastung (erhöhter Blutdruck in der Familie). Mikronährstoffe können sowohl zur Prävention, wie auch zur begleitenden Behandlung von hohem Blutdruck eingesetzt werden.

Nährstoffempfehlungen bei hohem Blutdruck:

Nährstoff Empfohlene Tagesdosis Kommentare
Magnesium 400-600mg Blutdrucksenkend durch Entspannung der Gefässmuskulatur
L-Arginin 2-4g Wirkt gefässerweiternd und daher blutdrucksenkend
Omega-3-Fettsäuren 1.5g Fischölpräparate sowie Fischmahlzeiten (2 x pro Woche) helfen, den Blutdruck zu senken
Coenzym Q10 120mg Blutdrucksenkend

Weitere Empfehlungen:

  • Übergewicht reduzieren, Gemüse und Früchte stehen im Vordergrund, Kohlenhydrate und versteckte Fette reduzieren, wenig Alkohol, Kochsalz im Mass. Faustregel: pro Kilogramm Gewichtsreduktion läßt sich der Blutdruck um 2 mmHg systolisch und um 1 mmHg diastolisch absenken!
  • reduzieren Sie Stress; schaffen Sie sich Freiräume für Entspannung und körperliche Aktivität

Migräne & Spannungskopfschmerzen

Migräne ist ein anfallsartig auftretender, häufig halbseitiger Kopfschmerz von mässiger bis schwerer Intensität, teilweise begleitet durch Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit. Die Ursachen für Migräne sind vielfältig. Mikronährstoffe (Magnesium, Coenzym Q10, Vitamin B2 usw.) können und sollen vorbeugend und im Akutfall begleitend zur konventionellen Behandlung gegeben werden. Die unten aufgeführten Mikronährstoffe können auch gut miteinander kombiniert werden, da sie alle den Energiestoffwechsel in der Zelle anregen. Ein zellulärer Energiemangel scheint nach neuen Untersuchungen eine der wichtigen Rollen bei der Entwicklung der Migräne zu spielen.

Nährstoffempfehlungen bei Migräne:

Nährstoff Empfohlene Tagesdosis Kommentare
Magnesium 600mg hat sich in Studien bei der Migräne-Vorbeugung bewährt; auch im Akutfall hilfreich; löst Verspannungen, auch im Zusammenhang mit der Menstruation.
Vitamin B2 400mg bei etwa 60-70% der Personen gutes bis sehr gutes Ansprechen bei der Migräneprophylaxe; kann die Häufigkeit und den Schweregrad von Migräneanfällen reduzieren
Coenzym Q10 200-300mg günstig bei der Migräneprophylaxe

Weitere Empfehlungen und Hinweise:

  • Stress vermeiden, auf guten und ausreichenden Schlaf achten
  • Alkohol und Nikotin vermeiden
  • genügend trinken (Wasser)
  • gewisse Lebensmittel enthalten Substanzen die Migräne und Kopfschmerzen auslösen können: Käse (Tyramin), Rotwein, Schokolade (Phenylethylamin), Kaffee, Geschmacksverstärker (Glutamat)
  • Lebensmittel-Unverträglichkeiten, sowie Dämpfe und Chemikalien können zu Migräne und migräneartigen Kopfschmerzen führen
  • Störungen des Zuckerstoffwechsels (Unterzuckerung) können zu Migräne und Kopfschmerzen führen
  • hormonelle Schwankungen (z.B. Menstruation) können Auslöser sein
  • Überbelastung mit Kupfer kann zu Migräne führen (Spurenelement-Analysen im Haar oder Vollblut können Aufschlüsse geben;www.orthoanalytic.ch)

Störungen des Immunsystems

Grippe und Erkältungen, Infektionen, Allergien. Das Immunsystem ist nicht wie Herz, Leber oder Niere ein „greifbares“ Organ. Das Immunsystem besteht aus hoch spezialisierten Strukturen, die im Körper verstreut sind: Haut, Schleimhaut, Darm, Milz, Knochenmark, Lymphknoten, etc. Störungen des Immunsystems können zu diversen Krankheitsbildern führen:

  • Infektanfälligkeit (Grippe, Erkältungen, Harnweg-Infekte, usw.)
  • Allergien
  • Autoimmunerkrankungen
  • erhöhtes Krebsrisiko

Mikronährstoffe spielen als Co-Faktoren in den hochkomplexen biochemischen Stoffwechselvorgängen des Immunsystems eine zentrale Rolle. Eine Unterversorgung führt zu einer Schwächung des Systems. Im Vordergrund stehen die Spurenelemente Zink und Selen, sowie die Vitamine C, A und D.

Nährstoffempfehlungen zur Unterstützung des Immunsystems:

Nährstoff Empfohlene Tagesdosis Kommentare
Zink Prävention:
15-30 mg
Während des Infektes: bis 100 mg / Tag (auf mehrere Gaben verteilt)
Zinkmangel führt zur Erhöhung des Infektrisikos. Zink verkürzt im Akutfall die Dauer und Heftigkeit von Infektionen.
Vitamin C Prävention: 1 g
Akute Infekte: höhere Dosierungen
Reduziert das Risiko für Infekte und Erkältungen.
Selen Prävention: 50 – 100 μg

Während des Infektes:
200 μg / Tag

Selenmangel erhöht die Virulenz(Aggressivität) eines Bakteriums oder Virus. Selen vermindert das Komplikationsrisiko bei Infekten (z.B. Lungen-entzündung)
Vitamin A bis 10'000 I.E. Vitamin A unterstützt speziell die Abwehrfunktion der Schleimhäute
Vitamin D bis 5'000 I.E.  
Multivitamin-Präparat   Basisversorgung

Weitere Empfehlungen:

  • 5 Portionen Früchte und Gemüse pro Tag
  • Vermeiden Sie körperfremde Lebensmittel-Hilfsstoffe (E-Nummern)
  • Vermeiden Sie Stress, sorgen Sie für eine gute Schlafqualität
  • Bewegung und körperliche Aktivität sind wichtig für ein gesundes Immunsystem
  • Übermässiger Genuss von Alkohol, Tabak, Kaffee und Drogenkonsum belasten das Immunsystem
  • Lassen Sie von Zeit zu Zeit Ihre Belastungssituation mit Schwermetallen bestimmen (mit einer Haaranalyse; www.orthoanalytic.ch); Schwermetalle haben eine massiv immunbelastende Wirkung und können zu Infektanfälligkeit und anderen immunologischen Erkrankungen führen.
  • Nehmen Sie regelmässig Supplemente zur Stärkung des Immunsystems ein. Sie benötigen Ihr Immunsystem nicht nur im Winter!
Lesen Sie mehr zum Thema:

Schlafstörungen

Nicht alle Menschen brauchen gleichviel Schlaf. “Ausgeschlafen” ist, wer morgens ausgeruht erwacht und tagsüber leistungsfähig und wachsam ist. Manche Menschen brauchen neun bis zehn Stunden Schlaf, während andere nur sechs benötigen. Der Ausdruck Schlafstörungen bezeichnet Symptome wie Einschlafstörungen, häufiges Aufwachen und unruhigen Schlaf.

Es gibt viele mögliche Ursachen für Schlafstörungen:

  • Krankheiten, wie Schlaf Apnoe, Narkolepsie, Restless Legs, etc.
  • Stress, Probleme, Depressionen, Angstzustände, falsches Schlafklima (Lärm, Licht, Temperatur, Feuchtigkeit usw.)
  • Viele Medikamente darunter die “Pille”, Beta-Blocker, Medikamente zur Gewichtsreduktion und Rauschmittel können Schlafstörungen verursachen.

Gelegentlich eine schlaflose Nacht zu verbringen oder phasenweise schlecht zu schlafen ist völlig normal. Das ist noch kein Grund zur Besorgnis, unser Organismus hat genug Reserven und er reguliert sich meist selber. Über längere Zeit andauernde Schlafstörungen, die die Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität nachhaltig beeinträchtigen müssen jedoch ernst genommen werden und entsprechend durch den Arzt oder eine spezialisierte Schlafklinik abgeklärt werden. Keinesfalls sollten über längere Zeit unkontrolliert Schlafmittel eingenommen werden. Neben dem Ausschluss ursächlicher Erkrankungen werden dort auch Entspannungsmethoden und der Umgang mit der Schlafhygiene vermittelt. Bestimmte natürliche Nährstoffe wie Magnesium, B-Vitamine sowie Tryptophan (eine lebensnotwendige Aminosäure) fördern einen gesunden, tiefen Schlaf.

Nährstoffempfehlungen bei Schlaflosigkeit:

Nährstoff Empfohlene Tagesdosis Kommentare
Magnesium 300-600mg entspannende, relaxierende, beruhigende Wirkung
Vitamin B-Komplex   schlafregulierende Wirkung
Vitamin C 0.5-2g Hilft den Schlafrhythmus auszugleichen; entspannt die Hirnströme. Hinweis: gewisse Personen können durch Vitamin C angeregt werden.
L-Tryptophan 1-2g schlafanstossende Wirkung, ½ bis 1 Stunde vor dem Schlafengehen, keine eiweißreiche Mahlzeit 1h vor Einnahme

Weitere Empfehlungen:

  • Koffein wirkt anregend und kann den Schlaf beeinträchtigen
  • Alkohol beeinträchtigt den Tiefschlaf (Durchschlafstörungen)
  • Schwere Mahlzeiten am Abend vermeiden
  • Treiben Sie Sport – dies fördert die Zufriedenheit und Ausgeglichenheit (abendliches Training kann jedoch den Schlaf beeinträchtigen)
  • Entsprannungstechniken und "Ritual" können schlafanstossend wirken

Übergewicht

Eine ausreichende und regelmässige körperliche Aktivität und Bewegung ist für die Erreichung und Erhaltung eines normalen Körpergewichts zwingend und mindestens so wichtig wie die Kalorienreduktion.

Und hier einige Grundsätze für eine gesunde Ernährung:

  • 5 Portionen Gemüse und Früchte täglich (1 Faust = 1 Portion)
  • Viel trinken (Wasser, keine gesüssten Getränke, Alkohol im Mass)
  • Kohlenhydrate reduzieren, komplexe Kohlenhydrate bevorzugen (Vollkornprodukte, Reis, Mais, Getreideflocken)
  • Hochwertige und fettarme Eiweissquellen bevorzugen (Fisch, weisses Fleisch, Milchprodukte, pflanzliche Quellen)
  • Hochwertige pflanzliche Öle verwenden:
  • Kalte Küche: Raps-, Oliven-, Weizenkeim-, Walnussöl
  • Zum Kochen: Olivenöl, Erdnussöl
  • Frittieren: Kokosfett
  • Frischzubereitung der Speisen bevorzugen
  • Energiedichte Fertig- oder Halbfertigprodukte (versteckte Fette und Kohlenhydrate/Zucker) vermeiden
  • Bewährte Mahlzeitenabfolge: Nahrhaftes Frühstück (wichtig!), vollwertiges Mittagessen, ein leichtes Abendessen (darf ruhig auch mal weggelassen werden)

Sollten Ernährung und Bewegung alleine nicht ausreichen, sind auch andere Begleitfaktoren wie hormonelle Ungleichgewichte (z.B. Schilddrüsen-Erkrankungen), psychische Probleme (z.B. Frust-Essen, Stress) usw. ärztlich untersuchen zu lassen.

Interessierte Leser beachten bitte unsere wissenschaftlich orientierte Zusammenfassung zu Übergewicht und Ernährung im Kapitel „Publikationen“. Mit Mikronährstoffen alleine kann man nicht abnehmen. Supplemente stellen jedoch bei einer kalorienreduzierten Ernährung die Versorgung an Mikronährstoffen sicher und decken allfällige Defizite.

Einzelne Nährstoffe, wie z.B. Chrom oder L-Carnitin, scheinen sogar eine Umverteilung der Körperzusammensetzung (von Körperfett zu Muskelmasse) zu begünstigen. Natürlich nur bei entsprechendem Training.

Nährstoffempfehlungen bei Übergewicht und Reduktionsdiäten:

Nährstoff Empfohlene Tagesdosis Kommentare
Multivitamin-Präparat (evtl. mit Zusatz von Proteinen)   Basisversorgung an Vitaminen, Spurenelementen Mineralstoffen
Mineralstoffpräparat   Stellt die Versorgung mit Magnesium und Kalzium sicher
Chrom 200-300 μg Reduziert die Lust auf Süssigkeiten, kann den Abbau von Körperfett unterstützen
L-Carnitin 2-3g Fördert bei entsprechendem Training die Fettverbrennung und den Umbau in Muskelmasse
Zink 30-60mg Zink reguliert das Appetitzentrum
Vitamin C 2-4g Kann als Ergänzung einer kalorienarmen Diät die Gewichtsreduktion unterstütze

Die gemachten Angaben basieren auf dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand. Sie ersetzen keine ärztliche Behandlung bzw. fachmännische, medizinische Betreuung.