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Die Schwangerschaft

Der Nährstoffbedarf während der Schwangerschaft

Der Nährstoffbedarf ist in der Schwangerschaft besonders hoch - schliesslich essen Sie für Zwei! Ein Mangel an wichtigen Nährstoffen kann während dieser Zeit nicht nur die Gesundheit der Mutter, sondern auch die Entwicklung des Fötus' beeinträchtigen. Die sinnvolle und sichere Nährstoffergänzung wird zu einer zentralen Frage. Dieses Gesundheitsbewusstsein ist jedoch nicht erst während der Schwangerschaft wichtig, sondern sollte frühzeitig - sobald ein Kinderwunsch da ist - berücksichtigt werden.

Hier finden Sie eine übersichtliche Auflistung, welche Nährstoffe besonders wichtig sind.

Vitamine

Vitamin D - Der Bedarf während der Schwangerschaft ist fast doppelt so hoch wie normal. Vitamin D ist essentiell für den Aufbau gesunder Knochen. Dies ist natürlich sehr wichtig für das Baby aber auch unerlässlich für die Mutter, damit sie einem Knochenmassen-Verlust vorbeugen kann.

Vitamin A - Zum einen spielt Vitamin A eine wichtige Rolle für die Entwicklung des Kindes. Andererseits können hohe Vitamin A-Mengen in den ersten 3 Monaten einer Schwangerschaft auch Missbildungen beim werdenden Kind hervorrufen. Daher empfiehlt die WHO die tägliche Vitamin A-Zufuhr in den ersten 3 Monaten einer Schwangerschaft 8'000 I.E. nicht zu überschreiten.

Folsäure - Folsäure ist essentiell für die Zellteilung und daher für das heranwachsende Kind sehr wichtig. Ein Mangel an Folsäure, speziell vor und während der ersten 12 Wochen der Schwangerschaft, kann Fehlbildungen (Neuralrohrdefekt, Offener Rücken = Spina bifida, Lippen-Kiefer-Gaumenspalte) begünstigen. Empfohlen wird eine Zufuhr von täglich 600 Mikrogramm 3 Monate vor und während der Schwangerschaft.

Vitamin C - Der Bedarf an Vitamin C ist während der Schwangerschaft doppelt so hoch wie normal. Vitamin C ist unter anderem verantwortlich für die Bildung von Kollagen. Dieses ist für die Elastizität von Haut, Knochen und Blutgefässen verantwortlich. Eine ausreichende Versorgung kommt sowohl dem Baby wie auch der Mutter zu Gute. Zudem benötigt die Schwangere eine elastische Haut, die sich nach der Geburt wieder problemlos zurückbildet. Die Einnahme von zusätzlichem Vitamin C schützt die Mutter auch vor Infektanfälligkeit. Dies ist während der Schwangerschaft und in der Stillzeit von grosser Bedeutung, da man in dieser Zeit eine Einnahme von Antibiotika möglichst vermeiden möchte. Vitamin C ist in den konventionellen Multivitamin-Präparaten nicht ausreichend enthalten.

Mineralstoffe

Kalzium - Während einer Schwangerschaft werden insgesamt 30–40 g Kalzium an den Fötus weitergegeben, der größte Teil davon in der zweiten Schwangerschaftshälfte (ca. 600 mg/d). Meist reicht in der Schwangerschaft der Kalzium-Anteil aus der Nahrung nicht aus, sodass eine zusätzliche Nahrungsergänzung mit einem Mineralstoff-Präparat sinnvoll ist. So muss der Körper das zusätzlich benötigte Kalzium für den Fötus nicht aus den Knochen der Mutter beziehen.

Magnesium - Während der Schwangerschaft sollte auch auf die Magnesiumzufuhr besonderen Wert gelegt werden. Speziell in der zweiten Schwangerschaftshälfte entwickeln viele Schwangere einen Magnesiummangel, der das Risiko von Bluthochdruck bei der Mutter und die Gefahr einer Frühgeburt (frühzeitige Wehentätigkeit) erhöht. Ausdruck eines Mangelzustandes können nächtliche Wadenkrämpfe als Folge einer Übererregbarkeit der Muskeln sein. In den herkömmlich empfohlenen Nährstoffpräparaten für Schwangere sind die Mineralstoffe Kalzium und Magnesium in der Regel viel zu niedrig dosiert. Daher ist während der Schwangerschaft und während der gesamten Stillzeit eine zusätzliche Einnahme eines Mineralstoff-Präparates mit Kalzium und Magnesium empfehlenswert.

Spurenelemente

Eisen - Weil der Körper der werdenden Mutter Millionen von neuen roten Blutkörperchen bildet, um den erhöhten Sauerstoffbedarf zu decken und zudem noch der Fötus mit Eisen zur Blutbildung versorgt werden muss, steigt der Eisenbedarf (zusätzlich ca. 30 mg pro Tag) in der Schwangerschaft steil an. Die mütterlichen Reserven werden stark strapaziert – in den letzten Schwangerschaftsmonaten sind sie oft kaum mehr vorhanden oder gar völlig aufgezehrt. So viel Eisen ist selbst aus einer ausgewogenen Ernährung schwer zu beziehen. Wenn der Eisenbedarf nicht abgedeckt wird, kann sich ein Eisenmangel mit einer Blutarmut (Anämie) entwickeln. Ein Eisenmangel kann beim werdenden Kind zu niedrigerem Geburtsgewicht sowie zu einer Frühgeburt führen.

Zink - Zink ist an über 300 Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt. Eine ungenügende Versorgung mit Zink erhöht beim Kind das Risiko von niedrigem Geburtsgewicht, Geburtsfehlern und Beeinträchtigungen in der Entwicklung des Gehirns. Zink schützt zudem die werdende Mutter (in der Stillzeit auch den Säugling!) vor Erkältungen und Infekten. Zudem hilft Zink, Stimmungsschwankungen zu reduzieren und vermindert das Risiko für einen Schwangerschaftsdiabetes. Der Zinkbedarf steigt während der Schwangerschaft um etwa 50% an. Die Ernährung kann diesen erhöhten Bedarf oft nicht abdecken.

Fettsäuren

Die Ernährung einer Schwangeren sollte reich an den Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) sein. Diese Fettsäuren (speziell DHA) sind wichtige Bausteine für den Aufbau des Gehirns und der Augen des sich entwickelnden Babys. Die Hirnzellen eines Menschen werden fast ausschliesslich während der Schwangerschaft und im ersten Lebensjahr gebildet. Daher ist eine gute Versorgung mit essenziellen Fettsäuren (besonders mit Linolensäure und ihren Abkömmlingen EPA und DHA) während dieser Zeit lebensnotwendig. Diese Fettsäuren müssen von der Mutter an den Fötus weitergegeben werden.

Omega-3 Fettsäuren sind in hochwertigen, kaltgepressten Pflanzenölen wie Raps-, Soja- oder Nussöl und besonders in Kaltwasserfischen (Makrele, Sardine) enthalten. Eine gezielte Nahrungsergänzung mit Omega-3 Fettsäuren erfolgt am einfachsten mit qualitativ hochwertigen Fischölpräparaten.

Proteine

Der Eiweissbedarf steigt mit zunehmender Schwangerschaftsdauer an. In der zweiten Schwangerschaftshälfte liegt der Bedarf bei etwa 70-90 g Eiweiss, und somit deutlich höher als vor der Schwangerschaft (40-50 g pro Tag). Hauptquellen für die Nahrungsproteine sind Fisch, Fleisch, Milch und Milchprodukte, Eier und Getreideprodukte auf Vollkornbasis.

Mikronährstoff-Supplemente während der Schwangerschaft

Nährstoffzusätze während der Schwangerschaft können eine ausgewogene, gesunde Ernährung nicht ersetzen. Andererseits kann auch eine ausgewogene Nahrung nicht garantieren, dass alle Bedürfnisse der Schwangeren in vollem Umfang erfüllt werden. In Westeuropa können viele werdende Mütter nicht genügend Mikronährstoffe aus ihrer Ernährung beziehen. Häufig reicht ihre Versorgung mit den Vitaminen B6, D und E, mit Folsäure sowie den Mineralien Eisen, Kalzium, Zink und Magnesium nicht aus. Die normale Eisenzufuhr zum Beispiel beträgt etwa 10 mg pro Tag, also weit weniger als die erforderlichen 30 mg. Es vermag kaum zu überraschen, dass über drei Viertel der schwangeren Frauen Anzeichen von einem oder mehreren Nährstoffmängeln zeigen.

Während die Kalorienzufuhr nur um 15–20% erhöht werden sollte, erhöht sich der Bedarf an manchen Mikronährstoffen um 50–200%. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass ein ausgewogenes Multivitamin-/Mineralpräparat das Risiko von Geburtsfehlern senkt. Darüber hinaus können mögliche schwangerschaftsbedingte Störungen bei der Mutter (z.B. Anämie, Diabetes und Bluthochdruck) vermieden werden.

Bitte beachten Sie, dass Sie mit einem klassischen Multivitamin-Präparat allein nicht auf die erforderlichen Mengen an Mineralstoffen kommen. Wir empfehlen daher ein gut abgestimmtes Multivitaminpräparat mit einem Mineralstoff- und einem Omega-3-Fettsäuren-Präparat (mit hohem DHA-Anteil) zu kombinieren.

Mikronährstoffmangel & die Auswirkungen auf die Schwangerschaft

Bei seinem schnellen Wachstum ist der Fötus sehr empfindlich auf ungenügende Mikronährstoff-Versorgung. Die Entwicklung des Fötus kann selbst dann in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn die Mutter keine erkennbaren Mangelerscheinungen zeigt. Die nachfolgende Tabelle führt mögliche negative Auswirkungen eines Mikronährstoffmangels in der Schwangerschaft für die Mutter und das Baby auf. Zudem enthält sie empfohlene Zufuhrmengen für Mikronährstoffe.

Nährstoff Auswirkungen auf die Mutter Auswirkungen auf den Fötus bzw. den Säugling Empfohlene
Tagesdosis
(DACH)
Eisen Anämie Niedriges Geburtsgewicht, Frühgeburt, erhöhte Kindersterblichkeit 30 mg
Folsäure Anämie Niedriges Geburtsgewicht, Geburtsfehler 0.6 mg
Jod Beeinträchtigung der Schilddrüsenfunktion (Hypothyreose) Schwerwiegende geistige und motorische Entwicklungsstörungen 200 µg
Kalzium Schwangerschaftsbedingte Stoffwechselkrankheit(Präeklampsie, Gestose), verminderte Knochendichte, erhöhtes Risiko einer späteren Osteoporose Beeinträchtigte Entwicklung von Knochen und Zähnen, niedriger Kalziumspiegel im Blut, Rachitis 1000 mg
Magnesium Bluthochdruckbedingte Schwangerschaftsstörungen, frühzeitige Wehentätigkeit, Krämpfe Frühgeburt 310 mg
B1(Thiamin)   Beri-beri bei Säuglingen (Schwerer Thiaminmangel, der zu Herzversagen führt) 2.8 mg
Vitamin A Anämie Niedriges Geburtsgewicht, Frühgeburt 1.1 mg
(3666 I.E.)
Vitamin B6 Schwangerschaftsbedingte Stoffwechselkrankheit (Präeklampsie, Gestose)   4.0 mg
Vitamin D Verminderte Knochendichte, erhöhtes Risiko einer späteren Osteoporose bei der Mutter Beinträchtigte Entwicklung von Knochen und Zähnen, niedriger Kalziumspiegel im Blut, Rachitis (Knochenerweichung aufgrund einer Mineralisationsstörung) 7.5 µg
Vitamin E   Geburtsfehler, spontaner Abort 20 mg
Zink Infektanfälligkeit, Schwangerschaftsdiabetes, Stimmungsschwankungen Geburtsfehler, Frühgeburt, niedriges Geburtsgewicht 10 mg
Omega-3-Fettsäuren   Mangelhafte Hirnentwicklung des Kindes 1-1.5 g

Die gemachten Angaben basieren auf dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand. Sie ersetzen keine ärztliche Behandlung bzw. fachmännische, medizinische Betreuung.